Wohnprojekt Theovida

Wohnprojekt Theovida in Bremen-Walle

Ein Grundstück für gemeinschaftliches Wohnen

Die Stadt Bremen hat sich auf die Fahnen geschrieben, neue Wohnformen zu fördern. Auch eine Koordinierungsstelle für gemeinschaftliches Wohnen wurde bei der Stadt eingerichtet. So kam es dazu, dass im Jahr 2015 ein Grundstück in Bremen-Walle speziell für Baugemeinschaften ausgeschrieben wurde. Im Umfeld von Plan A gab es zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Menschen, die sich kannten und sich vorstellen konnten, in dieser Gegend zu wohnen. Also beschlossen sie, sich für dieses Baugrundstück zu bewerben. Das Wohnprojekt Theovida machte sich auf den Weg.

Bewerbungsverfahren

In einem Bewerbungsverfahren kommt es natürlich darauf an, dass man die Voraussetzungen erfüllt, um das Grundstück letztendlich auch zu bekommen. Wie stellt man das am besten an? Zuerst die Fakten klären. In der Ausschreibung war ein Vorentwurf gefordert. Zusätzlich sollte ein Nutzungskonzept, eine Projektbeschreibung, die angestrebte Rechtsform und ein Finanzierungskonzept vorgelegt werden. Und das alles sollte nach 4 Monaten fertig sein. Ein ambitioniertes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass all diese Dinge von einer Gruppe geklärt werden sollten. Gemeinsam zu Entscheidungen finden, das lernen die Beteiligten in so einer Phase.

Zuerst musste geklärt werden, welcher Architekt die Gruppe begleiten soll, denn der geforderte Vorentwurf musste auch die Aussage enthalten, wie viele Parteien später einziehen können, denn ca. 70% der Parteien sollten bei Abgabe der Bewerbung bereits dabei sein.

Schon die Suche nach einem passenden Architekten war nicht leicht. Es fanden mehrere Vorstellungsgespräche statt. Einer wurde von allen favorisiert und bekam den Auftrag. Er machte sich sofort an die Arbeit. Die Projektgruppe hatte auch genug zu tun. So wurde Thema für Thema besprochen. Erst Informationen sammeln, dann diskutieren, dann Entscheidungen treffen. Immer mit dem Gedanken im Kopf, innerhalb von 4 Monaten eine gute Bewerbung auf die Beine zu stellen.

Die Rechtsform

Da der größte Teil der Gruppenmitglieder schon einen gemeinsamen Weg in Verbindung mit einem anderen Projekt gegangen war, kristallisierte sich schnell die Rechtsform der GmbH & Co. KG heraus. Sie waren aus dem anderen Projekt ausgestiegen, weil dort die Wahl der Rechtsform nicht ihren Vorstellungen entsprach. Deswegen waren sie bereits gut informiert und konnten sich schnell entscheiden.

Das Finanzierungskonzept

Bei der Entwicklung des Finanzierungskonzeptes steht erst einmal die Frage des Eigenkapitals im Raum. Da Architekt und Gruppe parallel arbeiteten, war die erste Grundlage schon da. Wir wussten in welchem Kostenrahmen sich das Projekt bewegen würde und 30% der Gesamtkosten wurden als Eigenkapitalanteil angestrebt. Einige konnten mehr Kapital aufbringen, andere weniger. Insgesamt sah es aber gut aus und das Finanzierungskonzept stand. Es sah vor, dass die monatlichen Wohnkosten abhängig von der Höhe des eingebrachten Kapitals sein sollten. Einige der Mitglieder hatten Recht auf einen B-Schein, also konnten auch günstige Förderdarlehen des Landes einbezogen werden.

Abgabe der Bewerbung

Die Rechtsform und das Finanzierungskonzept waren die zeitaufwendigsten Themen. Die übrigen Unterlagen wurden schnell erstellt, weil weitgehend Einigkeit bestand. Nebenbei wurden weitere Mitglieder aufgenommen und die Bewerbung stand. Pünktlich zur Abgabefrist war alles fertig.

Wir haben das Grundstück

Kurze Zeit nach Abgabe der Bewerbung baten die Verantwortlichen der Stadt zu einem Gespräch. Gut vorbereitet, aber auch mit einer gewissen Aufregung beantworteten die anwesenden Gruppenmitglieder alle Fragen. Und nach diesem Gespräch wurde wiederum relativ schnell klar: Wir haben das Grundstück! Nun realisieren wir unser Wohnprojekt Theovida!

Realisierung

Die weitere Realisierung war genau so, wie man sich das Bauen vorstellt und es allerorts hört. Es gibt schöne Momente, zum Beispiel wenn die Baugenehmigung eingeht, der Bagger das erste Loch gräbt oder wenn die ersten Wände stehen und ein räumlicher Eindruck entsteht. Und natürlich gab es auch hier die ärgerlichen Seiten des Bauens. Im Boden wurden Betonreste gefunden, deren Beseitigung zusätzliche Kosten verursachte, die Lüftungsrohre waren dicker als erwartet und passten nicht in die dafür vorgesehenen Schächte, so dass noch einmal umgeplant werden musste, im Gemeinschaftsraum entstand an der Decke plötzlich ein Wasserfleck usw.. Letztendlich wurden die Mängel beseitigt und die Bewohner*innen zogen ein.

Fazit

Nun, nach fast fünf Jahren des gemeinschaftlichen Wohnens ist Ruhe im Wohnprojekt Theovida eingekehrt. Nicht mehr das gemeinsame Bauen, sondern andere Dinge stehen im Vordergrund. Die Projektgründer*innen können ein schönes Haus betrachten und zufrieden sein mit dem, was sie geschafft haben.

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